Internet
1. Begriff und Allgemeines
Das Internet ist ein weltweites Computernetzwerk bzw. ein Verbund von vielen
Netzen und Computern, zwischen denen eine Vielzahl von Informationen
ausgetauscht werden kann.
Zur Übertragung werden Kabelsysteme und Funksysteme (Satelliten) verwendet.
Es ist ein offenes System, das praktisch jedem offen steht.
Zur Teilnahme am Internet benötigt man z.B. einen PC mit entsprechender
Anschlusshardware und -software.
2. Entstehung und Geschichte
In den 1960er Jahren wurden die ersten technischen Voraussetzungen für das
heutige Internet (meist in der militärischen Forschung in den USA) entwickelt.
In der Folge seien einige "Meilensteine" erwähnt.
- Distributed Network (1964)
- Die im Netzwerk zu versendenden Daten werden in Teile (Päckchen) zerlegt.
- ARPAnet (1968)
- verschiedene Computer sollen miteinander verbunden werden. Nicht ein
zentraler Server soll allein arbeiten, sondern die Ressourcen sollen verteilt
werden, was auch bei Ausfall von einzelnen Teilen zu keinen Störungen führen
soll. Erstmals wurden Regel für die Kommunikation zwischen den Rechnern
definiert (Protokoll)
Erste Anwendungen: Telnet (Fernsteuerung) und FTP (Datei-Austausch)
- TCP/IP (1975)
- Das Netz umfasst mittlerweile viele Netze aus Amerika und Europa. Als
einheitlichen Übertragunsprotokoll wird des TCP/IP (Transmission Control
Protocol / Internet Protocol) genutzt.
- WWW (ab 1989)
- Zur Kommunikation zwischen Forschern und Forschungseinrichtungen wurde am
CERN in Genf ein Hypertext-basiertes Kommunikationsmodell zur ortsunabhängigen
Darstellung von Forschungsergebnissen entwickelt. Die Dokumente werden in
einer eigenen Beschreibungssprache (HTML) abgefasst und auf speziellen Servern
(Web-Servern) gelagert. Der Zugriff erfolgt über Client-Software (Browser) und
die Kommunikation erfolgt über ein eigenes Protokoll (HTTP).
1993 gab das CERN bekannt, für die WWW-Technologie keine Gebühren zu verlagen.
Ab nun ist die freie Nutzung des World Wide Web möglich.
3. Internet Zugang
Dienstanbieter (Internet Service Provider)
- Der ISP ist mit seinem Rechner an die Internetverbindungen angeschlossen
und ermöglicht seinen Kunden (gegen Entgelt) den Zugang zum Internet.
Er stellt die notwendige IP-Adresse, die e-mail Adresse, evtl einen eignen
Namen (domain) sowie Webspace (Speicherplatz) zur Verfügung.
Zugangshardware
- Zugangsarten
Man benötigt natürlich einen Computer als Grundausstattung.
Für den Anschluss an das Internet braucht man eine entsprechende Leitung (z.B. Kabel, Funk...) und ein Modem.
Das Modem (Modulator/Demodulator) ist ein technisches Gerät, das die Computesignale in passende Signale für die vorhandene Leitung übersetzt und umgekehrt.

LEITUNG zum Internet
"Schmalband"
Als "Schmalband" bezeichnet man relativ langsame Anschlüsse mit nur geringem Datendurchsatz (bis 128 kBit/s). Schmalbandanschlüsse sind meist Einwahlanschlüssen, d. h. ein Verbindung zum Internet besteht nicht ständig ("dial in"). Die Kosten werde oft nach der Online-Zeit berechnet und nicht nach dem Datenvolumen..
- Modem (analoge Telefonleitung)
- für den Anschluss an herkömmliche Telefonleitungen. Das Modem übersetzt
digitale Signale des Computers in analoge Signale des Telefonsystems und umgekehrt
(Modulator/Demodulator). Die analogen Modems ermöglichen eine Übertragungsrate
von bis zu 56 KBit/s. Der technische Standard dazu ist V.90 bzw. V.92. Das
Modem arbeitet mit asymmetrischer Geschwindigkeit (Download bis 56 Kbit, Upload
bis 48 bzw. 33,6 KBit/s).
- ISDN und Karte (digitale Telefonleitung)
- Das digitale ISDN ermöglicht eine Übertragungsgeschwindigkeit von 64 KBit/s
in beiden Richtungen, bei Kanalbündelung bis zu 128 KBit.
Für den Anschluss ist eine eigene ISDN-Karte (Netzwerkkarte) notwendig.
"Breitband"
Als "Breitband" werden meist Verbindungen ab einer geschwindigkeit von 128 kBit/s bezeichnet. Meist besteht die verbindung dauerhaft ("allways on"). Die Kosten werden meist nach Datenvolumen berechnet oder der Anschluss bietet unimitierten Zugang.
- (A)DSL (Asymmetric Digital Subscriber Line)
- zusätzlich zum Telefonsignal wird über die Kupferleitung ein weiteres (digitales)
Signal auf anderer Frequenz übertragen. Der Empfänger benötigt eine Frequenzweiche
(Splitter), wo Sprach- und Datenkommunikation getrennt werden. Für die Internetverbindung
wird ein ADSL-Modem verwendet. Übertragungsrate ab 512 KBit
bzw. 64 KBit.
Asymmetrisch bedeutet, dass für den Download mehr Bandbreite reserviert ist und für den Upload weniger.
ADSL funktioniert nur im Umkreis von max. 5 km vom Wählamt.
- Entbündelung: hier übernimmt der Internetprovider die Leitung vom Wählamt zum Kunden ganz. Der Kunde hat keinen Vertrag mehr mit dem Telefon-Festnetzbetreiber.
Der Internetprovider kann auch als Anbieter für Telefonie auftreteten.
Hohe Verbindungsgeschwindigkeiten sind möglich.
- Kabelmodem (TV-Kabelanschluss)
- Der TV-Kabelanbieter tritt auch als ISP auf. Mit einem Kabelmodem wird der
Zugang hergestellt. Die Geschwindigkeit ist mit ADSL vergleichbar (abhängig
von der jeweiligen Teilnehmerzahl)
- PLC (Power Line Communikation) - Stromnetz
- Ähnlich dem ADSL beim Telefon wird hier eine schon bestehende Leitung (das
Stromnetz) verwendet, um zusätzlich zum Strom auf anderer Frequenz eine Datenkommunikation
zu ermöglichen. Derzeit sollen Geschwindigkeiten bis zu 2 MBit/s möglich sein.
Dieses System wurde von den Energieversorgern getestet, aber nicht realisiert
(Störung des Funkverkehrs!, Unsicherheit...).
Andere Nutzung: Das hauseigene Stromleitungsnetz könnte auch als Netzwerkverbindung
genutzt werden.
- Richtfunk (WLAN)
- Hier sendet der Provider Funksignale an eine Spezialantenne beim Kunden.
Bandbreiten bis zu 1 GBit/Sek. sind möglich. Die Verbindung kann wie eine
Standleitung genutzt werden. Die Hardwarekosten sind relativ hoch.
- Satellit
- Diese Art der Verbindung nutzt die TV-Satelliten. Die Bandbreite(asymmetrisch) erreicht hohe Werte.
Benötigt wird eine SAT-Antenne mit Ausrüstung zum Senden und Empfangen (Anbieter z.B. Astra-Net)
- Mobilfunk
- 2G (Mobilfunk 2. Generation):
GSM (9,6 KBit), GPRS (<50 KBit), EDGE (ca. 150 KBit)
3G (Mobilfunk 3. Generation):
UMTS:. Über Modems(meist USB-Anschluss) kann diese Verbindung auch für den PC genutzt werden
HSDPA (Highspeed Downlink Packet Access)
bietet mobilen Internetzugang mit Breitbandgeschwindigkeit. Anschluss an den PC meist über USB-Modems.
HSUPA ermöglicht auch schnelle Uploadgeschwindigkeiten
4G (Mobilfunk 4. Generation):
LTE: sehr hohe Datenraten (in Ö ab Herbst 2010)
Zugangssoftware
- Browser
- E-Mail Client
- FTP Client
Neben dem Betriebssystem benötigt man zur Nutzung des Internets (WWW) eine
spezielle Software, den so genannten Internet-Browser. Die gängigen
Browser beherrschen meist mehrere Internet-Dienste (z.B. WWW, FTP, E-Mail),
dienen aber vornehmlich der Darstellung von HTML-Seiten.
Die derzeit bekanntesten Browser sind
- der Internet-Explorer von Microsoft
- Mozilla Firefox und
- andere wie z.B. Safari,Opera, Chrome...
Ursprünglich stammte der erste Browser von Netscape, dieser wurde dann aber mehr
und mehr vom MS Internet Explorer verdrängt. In den letzten Jahren gewann vor allem Firefox Marktanteile.
Der Nachrichtenaustausch über E-mail wird oft durch eine eigene Software
erledigt. Diese Client-Software arbeitet mit dem Mail-Server des Providers
zusammen. Bekannte E-Mail Programme sind MS Outlook bzw. MS-Outlook-Express,
Mozilla Thunderbird, Pegasus, Eudora u.a.
Um Dateien vom und zum Webserver zu übertragen, benötigt man ein FTP-Programm
(FTP Client), das mit dem FTP Server des Providers kommuniziert
Die meisten Programme sind als Freeware kostenlos erhältlich..
4.
Nutzung des Internets
Dienste
im WWW (World Wide Web)
- Präsentation
- Inhalte (privat, geschäftlich,...) durch den eigenen Web-Auftritt
(Web-Site, Homepage) einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen.
- E-Commerce
- Geschäftsabschlüsse über das Internet ermöglichen (Webshops)
- Recherche
- So genannte Suchmaschinen finden und speichern Information aus dem Internet
in Datenbanken. Diese Inhalte können über Stichworte bzw. Schlagworte
abgerufen werden.
- Chat
- Dies ist ein sehr beliebter Dienst. Es handelt sich um eine Art
"schriftlicher" Diskussion, die in einem begrenzten Rahmen (Chat Room)
stattfindet.
- Forum
- Ein Forum dient dem Daten- und Erfahrungsaustausch zu einem bestimmten
Thema. Foren sind auch als Newsgroups, Brett oder Konferenz bekannt.
- Social Networks, Blogs...
- Austausch mit Mitgliedern in Gemeinschaften wie Facebook, MySpace etc.
- Telefonieren
- bei schnellen Internetverbindungen kann über Telefonie über das IP
erfolgen (geringere Telfonkosten). Diese Technik wird auch Voice Over IP
genannt. (Jajah, Skype, ...)
- Videokonferenz
- bei schnellen Verbindungen
E-Mail
E-Mail bedeutet elektronische Post. Über ein E-Mail-Programm können
Nachrichten gesendet und empfangen werden. Jeder Teilnehmer benötigt dazu ein
E-Mail Konto bzw. eine E-Mail-Adresse
Eine E-Mail Adresse besteht immer aus 3 Teilen
- Benutzername (fwannerer)
- @ ("Klammeraffe", at)
- Domain (hakmistelbach.ac.at)
e-Mail Adresse: fwannerer@hakmistelbach.ac.at
Hat man einen eigenen Internet-Anschluss, bekommt man vom Provider eine oder
mehrere E-Mail-Adressen.
Ohne eigenen Anschluss bekommt man eine Adresse über so genannte
Freemail-Anbieter (Hotmail, Yahoo, Web.de, Gmx etc.)
FTP
Das File Transfer Protocol dient der Übertragung von Dateien zwischen
Rechnern übe das Internet. Über FTP-Server kann auch Software heruntergeladen
werden.
Telnet
Telnet (als Beispiel für einen 'alten Dienst') existiert bereits seit 1969 und dient der Fernbedienung eines Rechners
in einem Netzwerk. Telnet ist textorientiert.
5. Internet technisch
technische Merkmale
Backbones
- Backbones (Rückgrat) sind leistungsfähige Teilnetze der höchsten
Hierarchieebene (oft Glasfaserkabel)
Darstellung: Backbone Europa
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- Router
- En Router verbindet räumlich getrennte Netzwerke und sorgt für die
gezielte Datenübermittlung. Der Router prüft die Datenpakete und verteilt sie
entsprechend der Zieladresse (IP-Adresse). Dabei wird nicht jedes Paket auf
den gleichen Weg geschickt. Auf seiner Reise wird das Paket von verschiedenen
Routern geprüft und weitergesendet.
Darstellung: Router


- IP-Adresse (IPv4)
- Jeder Rechner in einem Netzwerk muss eindeutig identifizierbar sein. Wie
bei der Wohnadresse spricht man auch hier von einer Adresse. Im Internet
werden die Adressen durch Nummern gebildet.
Eine IP-Adresse besteht aus 4 * 8 = 32 Bits. Damit sind theoretisch 2 hoch 32
= 4,3 Mrd. Rechner adressierbar.
- IP-Adresse (IPv6)
- Weil der Adressenvorrat von IPv4 langsam zu Ende geht, wurde ein neuer Standard entwickelt. Nach dem IPv6 Standard besteht eine Adresse aus 8 x 16 = 128 bits. (Schreibweise 8 hexadezimale Gruppen) Es stehen somit 2 hoch 128 Adressen zur verfügung.

- Domain
- IP-Adressen sind für Mensche schwer zu merken. Deshalb wurde das Domain
Name Service (DNS) entwickelt, das die IP-Adressen in die üblichen
Internet-Adressen umsetzt. Eine in einem Browser eingegebnen Adresse (z.B.
www.google.at) wird an den nächsten Domain
Name Server weitergeleitet der den Domain Namen in eine numerische IP-Adresse
umwandelt und dem Browser miteilt. Der Browser kann dann die Verbindung
aufbauen.
Die Verteilung der Domain-Namen erfolgt durch die NICs (Network Information
Center). In Österreich ist das www.nic.at

- Protokolle
- Die Datenübertragung und die Aufteilung der Datenpakete im Internet
erfolgt nach exakt definierten technischen Regeln, die in Protokollen
zusammengefasst sind.
- TCP/IP:
Das IP (Internet Protocol) definiert die Art und Weise, wie der Datentransport
ablaufen muss. Hauptaufgabe ist die netzübergreifende Adressierung.
Das TCP (Transmission Control Protocol) sorgt für die Aufteilung und richtige
Zusammensetzung der Pakete.
Das TCP/IP ist für Adressierung und Versand zuständig. Die folgenden
Protokolle setzen auf das TCP/IP auf und sind den einzelnen Diensten des
Internets zuzuordnen.
Das
TCP/IP fungiert wie ein Container für die anderen Protokolle.
- HTTP (Hypertext Transfer Protocol)
ist das Kommunikationsprotokoll für die Übertragng der Ojekte (Text, Bilder,
Ton, Film).
Das HTTP ist dem Dienst WWW zuzuordnen. HTTP setzt auf TCP/IP auf.
- FTP
Das File Transfer Protocol wird für die Übertragung von Dateien über
FTP-Server verwendet.
- POP3, SMTP, IMAP
Das Post Office Protocol ermöglicht das empfangen von E-Mail.
Das Simple Mail Transfer Protocol dient dem Austausch von E-Mail bzw. dem
Senden.
Das neuere Internet Message Access Protocol übermittelt Daten nur bei Bedarf.
Der Benutzer kann entscheiden, welche Mails er wirklich vom Server
herunterladen will.
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